Hessisches Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales

„Jedes Kind soll unterstützt werden“

Sozialministerin Heike Hofmann hat im Landtag in Wiesbaden nochmals bekräftigt, dass die Landesregierung bei der Sprachförderung in hessischen Kitas keine Kürzungen vornimmt – „im Gegenteil: Wir entwickeln die Sprachförderung weiter! Und das mit dem Ziel, sie dauerhaft, flächendeckend und rechtssicher im System der Kindertagesbetreuung zu verankern“, sagte Hofmann am Donnerstag in ihrer Rede. Zudem verwies sie darauf, dass auch die Förderung insgesamt beibehalten werde: „Und das trotz knapper Kassen, da Sprachförderung für uns von zentraler Bedeutung ist!“

Sprach-Kitas hätten in einer Phase, in der die Weichen für die frühkindliche Bildung neu gestellt werden mussten, hervorragende Arbeit geleistet – und das Land habe mit dem Programm Hessen Verantwortung übernommen und sei mit Millioneninvestitionen in die Bresche gesprungen, als der Bund sich schrittweise zurückgezogen habe. „Aber: Dieses Programm hat nur einen Bruchteil unserer Kinder erreicht, weniger als zehn Prozent konnten von dem Programm profitieren“, so die Ministerin. Umso wichtiger sei deshalb, die Sprachförderung jetzt auf ganz Hessen auszudehnen: „Jedes Kind soll in der sprachlichen Entwicklung unterstützt werden.“

Dauerhafte Perspektive statt Doppelstruktur

Die bloße Verlängerung eines auslaufenden Förderprogramms schaffe keine dauerhafte Perspektive, sondern eine Doppelstruktur. „Mit der Novellierung des Kinder- und Jugendhilfegesetzbuches schaffen wir die Grundlage dafür, dass die neue Struktur bereits ab Mitte 2027 greifen kann. Wir vermeiden eine Förderlücke, indem die Träger bereits vor der Gesetzesänderung Abschlagszahlungen erhalten“, erläuterte Hofmann.

Die Behauptung, durch die systemische Umstellung würden in der Sprachförderung in hessischen Kitas wegfallen, wies sie zurück: „Nach aktuellem Stand gehen wir davon aus, dass ein Großteil der 337 im Programm Sprach-Kitas geförderten Fachkräfte weiterhin im Bereich der sprachlichen Bildung und Förderung in der Kindertagesbetreuung in Hessen gebraucht und eingesetzt werden kann“, so die Ministerin.

Verfahren auf Bundesebene beobachten, aber nicht abwarten

Das Verfahren rund um das Qualitätsentwicklungsgesetz des Bundes, das sich aktuell noch im Stadium eines Entwurfs befindet, verfolge man sehr genau. Doch es gelte mit Blick auf Hessen, in der Frage der frühkindlichen Sprachbildung nun nicht abzuwarten: „Wir handeln jetzt und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass eine spätere Bundesförderung sinnvoll in unsere Strukturen integriert werden kann“, schloss Hofmann ihre Rede.