Kulturminister Gremmels sitzt mit anderen Personen an einem Tisch und hält Papier in der Hand.

Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur

Zehn Jahre Kulturkoffer

Insgesamt 361 Projekte rund um Kunst und Kultur, fünf Millionen Euro Förderung und im Schnitt etwa 33 Vorhaben pro Jahr in ganz Hessen: das ist die Bilanz nach zehn Jahren Kulturkoffer. Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, hat bei einer Feier in Kassel zum runden Geburtstag gratuliert und den Aktiven gedankt.

Der Kulturkoffer ist ein Programm des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur und der Landesvereinigung Kulturelle Bildung e.V. (LKB Hessen). Er bringt Kunst und Kultur zu jungen Menschen, unabhängig von Herkunft, Wohnort oder sozialem Umfeld.

„Der Kulturkoffer leistet einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und damit für unsere Demokratie. Am Anfang haben vor allem etablierte Kultureinrichtungen und Vereine Anträge gestellt. Jetzt sind auch soziale Einrichtungen und Organisationen von Menschen, die Diskriminierung erfahren, dabei – und erreichen so Kinder und Jugendliche, die sonst kaum Zugang zu Kunst und Kultur haben“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels. „Wichtig ist mir der Ansatz, dass Kinder und Jugendliche ihre eigenen Ideen in die Projekte einbringen. So entsteht manchmal etwas anderes, als ursprünglich geplant – dafür aber Projekte, bei denen sich junge Menschen gesehen und ernstgenommen fühlen. Die Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen ist eine starke Partnerin, der ich sehr für die vertrauensvolle Zusammenarbeit danke.“

Der Kulturkoffer fördert außerschulische Kooperationsprojekte aus allen künstlerischen Sparten. Im Mittelpunkt steht, dass Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden. Unter Anleitung professioneller Künstlerinnen und Künstler probieren sie neue künstlerische Methoden aus. Voraussetzung sind mindestens zwei Partner, in der Regel eine Einrichtung mit künstlerischer Expertise und eine soziale Einrichtung. Über die Anträge entscheidet eine interdisziplinär besetzte Fachjury.

Über 30 Personen stehen in mehrere Reihen hinter- und nebeneinander.

Philipp Aubel, Moderation der Kulturkoffer Jury: „Der Kulturkoffer öffnet Türen, die sonst verschlossen, bleiben: Kinder und Jugendliche erleben kulturelle Teilhabe – unabhängig von sozialem Status, Herkunft oder Religion. Kulturelle Bildung ist kein Privileg, sondern ein Recht, das wir allen jungen Menschen in Hessen ermöglichen wollen.“

Wie vielfältig die geförderten Vorhaben sind, zeigen Beispiele aus dem ganzen Bundesland: In „Moving Things“ in Frankfurt tanzten gehörlose und hörende Kinder gemeinsam mit dem Matter of Facts Studio. „Bulliwood“ fuhr mit einem umgebauten Bus in ländliche Regionen und ließ Kinder und Jugendliche eigene Filme produzieren. Und in Marburg entwickelten Mädchen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, mit dem Team des „Theaters neben dem Turm“ ein eigenes Theaterstück. Manchmal ergreifen Jugendliche auch die Initiative: Bei den „Frankfurter Spatzen“ und den „Gartenkindern“ bestimmten sie 2025 Thema, Sparte und Format ihrer Projekte selbst.

Die Ausschreibung für die nächste Förderrunde läuft derzeit. Anträge können bis zum 2. November 2026 eingereicht werden. Gesucht werden insbesondere inklusive, diskriminierungskritische und beteiligungsorientierte Vorhaben sowie Angebote im ländlichen Raum. Informationen gibt es unter kulturkoffer-hessen.de.

Hintergrund

Die LKB Hessen wurde 2009 gegründet und ist der landesweite, spartenübergreifende Dachverband für Kulturelle Bildung in Hessen mit rund 70 Mitgliedern. Sie ist anerkannter Träger der Kinder- und Jugendhilfe, Landesträger der Freiwilligendienste Kultur und Bildung und Mitglied der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung. Neben dem Kulturkoffer verantwortet sie unter anderem die „LandKulturPerlen“ und die Servicestelle „Kultur macht stark Hessen“.